Wissenschaft

Raumsonde "Chang'e 4"

China gelingt erste Landung auf der Rückseite des Mondes

Zum ersten Mal ist eine Sonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Die chinesische "Chang'e 4" setzte um 3.26 Uhr MEZ auf dem Erdtrabanten auf und funkte erste Bilder. Ein Roboter soll nun die Umgebung erkunden.

Foto: China National Space Administration/HANDOUT/EPA-EFE/REX
Donnerstag, 03.01.2019   05:33 Uhr

Es ist ein historischer Erfolg für Chinas Raumfahrtprogramm: Am Donnerstag um 3.26 Uhr MEZ setzte die Mondsonde "Chang'e 4" erfolgreich auf der Rückseite des Mondes auf - und damit gelang eine Premiere. Schon zahlreiche Sonden verschiedener Weltraumnationen und zwölf US-Astronauten sind auf der Vorderseite des Mondes gelandet. Doch noch nie ist es vorher gelungen, ein Landegerät auf die Rückseite des Mondes zu steuern. Exakte Landeposition: am Aitken-Krater in der Nähe vom Südpol des Erdtrabanten, wie geplant, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Beobachter hatten vor den großen Herausforderungen bei der Mission gewarnt: Schwierig sei etwa die Landung, weil das Gelände auf der Rückseite des Mondes nicht so flach wie auf der Vorderseite sei. Auch die Kommunikation gestaltet sich schwierig, weil keine direkte Funkverbindung zur Rückseite des Mondes aufgebaut werden kann. Deshalb brachten die Chinesen bereits im Mai den Übertragungssatelliten "Queqiao" (Brücke der Elstern) in Position, um Signale aus dem Funkschatten senden zu können.

CNSA/ EPA-EFE/ REX

Chinesische Mondsonde "Chang'e 4" (Grafik)

Nach der Ankunft soll ein Roboterfahrzeug den Boden und die Strukturen um den Landepunkt untersuchen. Es ist mit einer Panoramakamera und Messgeräten ausgestattet. Geplant sind unter anderem Experimente mit niedrigen Radiofrequenzen. Ohne die Erdatmosphäre und andere Störungen können Astronomen in der Stille des Alls besser Signale auffangen und hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sterne.

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Raumsonde "Chang'e 4": Landung auf der Rückseite des Mondes

Zudem hat "Chang'e 4" Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist.

An Bord ist auch ein von Wissenschaftlern der Kieler Christian-Albrechts-Universität entwickeltes Strahlenmessgerät. Das Kieler Experiment soll mindestens ein Jahr lang die Strahlung und den Wassergehalt des Bodens messen und die Daten zur Erde schicken. Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, zukünftige bemannte Mondmissionen vorzubereiten.

Erst der Mond, dann der Mars - Chinas Ambitionen

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm, mit dem das Land nach und nach zur USA aufschließen will. Schon im kommenden Jahr könnte die Mission "Chang'e 5" Mondgestein zur Erde bringen. Bis 2021 will Peking eine wiederverwertbare Trägerrakete entwickeln, die mehr Fracht transportieren kann als die Nasa und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX. Nach den chinesischen Plänen soll dann bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen. In Planung sind auch der Bau einer chinesischen Raumstation und Flüge zum Mars.

DPA/ Xinhua

Start der Mondsonde vom Xichang Satellite Launch Center

Die nach der chinesischen Mondgöttin benannte Raumsonde "Chang'e 4" war am 8. Dezember von der Erde gestartet und hatte dem Staatsfernsehen zufolge am 12. Dezember die Mondumlaufbahn erreicht.

Die erste sanfte Mondlandung gelang der sowjetischen Sonde "Luna 9" 1966. 1959 zerschellte "Luna 2" auf dem Mond. 1969 betrat ein US-Astronaut erstmals den Erdtrabanten.

oka/AFP/dpa

insgesamt 137 Beiträge
Leser1000 03.01.2019
1. Beeindruckend
Wenn man bedenkt wo China herkommt. Begonnen hat alles irgendwie mit Nachbau und Technologieklau. Während wir uns nun zu Tode regulieren und saturiert sind schafft China Fakten uns hängt uns ab. Das letzte Hemd überlassen wir [...]
Wenn man bedenkt wo China herkommt. Begonnen hat alles irgendwie mit Nachbau und Technologieklau. Während wir uns nun zu Tode regulieren und saturiert sind schafft China Fakten uns hängt uns ab. Das letzte Hemd überlassen wir denen im Rahmen von joint ventures u.ä auch noch. Aber nichts desto trotz ohne Leistung und Ehrgeiz wären diese Ergebnisse undenkbar.Wann wachen wir auf?
bigkahoona 03.01.2019
2. Schön
Auch wenn es natürlich um Staatspropaganda geht, ist es gut zu wissen, dass die Chinesen bei der Raumfahrt aufschließen. Dass Konkurrenz auch in diesem Bereich das "Geschäft" beflügelt, hat man in den 50ern bis 80ern [...]
Auch wenn es natürlich um Staatspropaganda geht, ist es gut zu wissen, dass die Chinesen bei der Raumfahrt aufschließen. Dass Konkurrenz auch in diesem Bereich das "Geschäft" beflügelt, hat man in den 50ern bis 80ern des vergangenen Jahrhunderts gesehen. Die kommenden Herausforderungen in der Raumfahrt sind allerdings so groß, dass wir auf globaler Ebene kooperieren müssen. Da die Amerikaner derzeit dabei sind zu einer retardierten, sich isolierenden Agrarnation zu regredieren, kann es nur Recht sein, wenn neue Spieler aufs Feld kommen.
Edgard 03.01.2019
3. Einen herzlichen Glückwunsch...
an die chinesischen Wissenschaftler. Ingenieure und Techniker die uns wieder ein Stück weitergebracht haben in den technologischen Möglichkeiten, der Erforschung unseres Sonnensystems; die erweiterten Möglichkeiten für die [...]
an die chinesischen Wissenschaftler. Ingenieure und Techniker die uns wieder ein Stück weitergebracht haben in den technologischen Möglichkeiten, der Erforschung unseres Sonnensystems; die erweiterten Möglichkeiten für die Astronomie und die Untersuchungen der Mondoberfläche die weitere Aufschlüsse geben sollte woher wir kommen. Und es ist ein deutliches Signal - China kopiert nicht nur, China beginnt voranzugehen. Die einen bauen Wege, die anderen Mauern...
ronald1952 03.01.2019
4. Finde ich richtig gut,
was die Chinesen so auf die Beine stellen. Egal was man von diesem Land hält die Chinesen haben es einfach drauf, nicht Kleckern sondern Klotzen ist die Devise. Bei uns ist es leider schon lange umgekehrt, hier im Westen wird [...]
was die Chinesen so auf die Beine stellen. Egal was man von diesem Land hält die Chinesen haben es einfach drauf, nicht Kleckern sondern Klotzen ist die Devise. Bei uns ist es leider schon lange umgekehrt, hier im Westen wird schon lange nur noch gekleckert und zwar in allen Bereichen. Außer bei den Politiker/innen die sich geradezu zerreißen in der zur Schaustellung ihrer eigenen Unzulänglichkeiten und Grabenkriegen die Sie so führen. Nehmen wir nur mal den Diesel Skandal bei uns, alle scheinen dabei Seelenruhig zu bleiben wie unsere Industrie nach und nach zerlegt wird. Das heißt nicht das ich die Betrügereien der Autoindustrie gut finde, aber anscheinend ist hier bei uns jeder nur auf sein eigenes Wohl bedacht wie in der ganzen EU. Jetzt sind die Chinesen auf dem Mond gelandet was wird als nächstes kommen? Mondbasis, auf zum Mars, Übernahme der westlichen Wirtschaft, denn mit sehr viel Geld machen sich die Chinesen Weltweit breit und nutzen so jeden Vorteil im aufkauf der Westlichen Industrie. Wenn nicht bald bei uns im Westen etwas passiert und wir uns wieder Besinnen anstatt alles was wir geschaffen haben einen Ökogott zu Opfern den es so garnicht gebt wird es Dunkel bei uns werden. Damit meine ich nicht die Umwelt weiter zu versauen sondern einfach mal richtig Geld in die Hände zu nehmen und mal Innovationen freien lauf lassen und das was bei uns so im Argen liegt wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.Trotz allen, Hut ab vor den Chinesen was dieses Land so alles Geschaffen hat in den letzten Jahren und was die meisten Politiker/innen so ärgert, die Chinesen werden nicht zu stoppen sein. schönen Tag noch,
R.hoch2 03.01.2019
5. Schade,
dass das alles so lange dauert:.."bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen" Trotzdem herzlichen Glückwunsch den Chinesen! Wäre ja geil, wenn alle ihre Militärausgaben halbieren und das stattdessen in die [...]
dass das alles so lange dauert:.."bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen" Trotzdem herzlichen Glückwunsch den Chinesen! Wäre ja geil, wenn alle ihre Militärausgaben halbieren und das stattdessen in die Erforschung des Weltraums einsetzen würden... man wird ja nochmal träumen dürfen.

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