Wissenschaft

Erster Espresso auf der ISS

Schmeckt fast wie in Italien

Erstmals haben Astronauten frischen Espresso auf der Internationalen Raumstation getrunken - und ihn für gut befunden. Verkostet wurde das Gebräu aus einer Spezialtasse für den Einsatz in der Schwerelosigkeit.

Sam Critsoforetti/ Twitter

Samantha Cristoforetti: Der erste Espresso im All

Montag, 04.05.2015   17:55 Uhr

Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti (38) hat auf der Internationalen Raumstation ISS den ersten Espresso ausgeschenkt. Der kosmische Kaffee könne in puncto Stärke und Aroma mit jeder Bar in Italien mithalten, sagte Cristoforetti am Montag der russischen Agentur Tass zufolge.

Auf Twitter meldete sich die Italienerin mit einem Foto, auf dem sie das Getränk aus einer speziell hergestellten Tasse, der Zero-G Cup, trinkt. Die Spezialbecher wurden eigens für den Einsatz im All entwickelt und nutzen den Kapillareffekt, also die Eigenschaft von Flüssigkeiten in schmalen Röhren nach oben zu wandern.

"Coffee: the finest organic suspension ever devised." Fresh espresso in the new Zero-G cup! To boldly brew... pic.twitter.com/Zw2CllJgzF

Sam Cristoforetti (@AstroSamantha) 3. Mai 2015
Das Espresso-Trinken gehört sogar zur wissenschaftlichen Arbeit an Bord der ISS. Denn es ist Teil eines Experiments über das Verhalten von Flüssigkeit in der Schwerelosigkeit. Auch die drei russischen und die beiden amerikanischen Raumfahrer auf dem Außenposten der Menschheit wüssten den galaktischen Geschmack zu schätzen, berichtet Cristoforetti.

20-Kilo-Gerät

Die Espresso-Maschine, mit der Cristoferetti ihren Espresso zubereitet hat, war Mitte April zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde gebracht worden. Das Gerät wurde eigens für die ISS konzipiert. ISSpresso, wie die Maschine heißt, wiegt 20 Kilogramm. Damit ein möglicher Defekt schnell behoben werden kann, ist die Technik doppelt vorhanden.

Die Maschine arbeitet mit vergleichsweise teuren Kapseln, die einzeln verpackt sind, wodurch recht viel Müll entsteht. Auf der ISS lässt sich das allerdings nicht anders lösen, da loses Kaffeepulver davonschweben würde. Bei Tests auf der Erde wurde der Espresso noch in einer Art Trinkbeutel mit Strohhalm serviert.

Fotostrecke

Kaffeemaschine im Weltall: Un espresso, per favore!

jme/hda/dpa

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