Wissenschaft

Nach "Dragon"-Explosion

Neuer Raumfrachter ist auf dem Weg zur ISS

Diesmal hat alles geklappt: Eine "Sojus"-Rakete hat den Raumfrachter "Progress" sicher ins All gebracht. An Bord befindet sich wichtiger Nachschub für die Internationale Raumstation. Zuvor waren zwei Raketen abgestürzt.

DPA

Nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur: 2,5 Tonnen Fracht an Bord

Freitag, 03.07.2015   15:01 Uhr

Geglückter Start: Fast fünf Tage nach dem Absturz des US-Raumfrachters "Dragon" bringt Russland dringend benötigten Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS). Der unbemannte Frachter "Progress" hob um 6.55 Uhr Mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof in Baikonur, Kasachstan, ab, wie russische Agenturen meldeten.

Das Andocken ist am Sonntag um 9.13 Uhr geplant. An Bord der "Progress" sind zweieinhalb Tonnen Fracht, darunter auch Nahrungsmittel für die drei Raumfahrer an Bord der ISS.

Viele hatten den Start mit einer "Sojus"-Rakete mit Spannung erwartet, da im April auch ein russischer "Progress"-Frachter abgestürzt war. Damals hatte die Verzögerung der Italienischen Astronautin Samantha Cristoforetti unfreiwillig einen neuen Langzeitrekord für den Aufenthalt auf der ISS beschert, sie knackte die 194-Tage-Marke.

Raumschiff auf sicherer Umlaufbahn

Nach den jüngsten "Dragon"- und "Progress"-Pannen lief beim aktuellen Versuch alles nach Plan: Acht Minuten nach dem Start befand sich das Raumschiff auf sicherer Umlaufbahn im Weltall, wie das Flugleitzentrum bei Moskau der Agentur Interfax zufolge mitteilte. Die Raumfahrtexperten hatten diesmal einen traditionellen Zweitageflug zur ISS gewählt statt einer möglichen Sechs-Stunden-Mission.

Trotz der jüngsten Pannen hatte es mit der Ernährung der ISS-Besatzung nach russischen und amerikanischen Angaben keine Probleme gegeben. Der Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern Höhe über der Erde verfügt über größere Vorräte.

Zur jetzigen Ladung gehören Fleisch- und Fischkonserven, frische Äpfel, Tomaten, Apfelsinen, Zwiebeln und Knoblauch sowie süßes Gebäck; auch Sauerstoff, Wasser und Treibstoff sowie wissenschaftliche Ausrüstungsgegenstände sind an Bord. Am vergangenen Sonntag wurden bei dem "Dragon"-Absturz rund zwei Tonnen Nachschub und wissenschaftliche Geräte zerstört.

Fotostrecke

Raumfahrt: Transportschiff "Dragon" zerschellt kurz nach dem Start

jme/dpa

insgesamt 16 Beiträge
chrimirk 03.07.2015
1. Toll. Bravo Russland.
Nur: was ist mit den US-Raumfahrt-Giganten los? Sind die auch schon auf dem Weg des ganzen US-Staates, nämlich in der Zerlegung, Schritt um Schritt? Nimmt man so verschiedene Erscheinungen in und um die USA der letzten 10 Jahre [...]
Nur: was ist mit den US-Raumfahrt-Giganten los? Sind die auch schon auf dem Weg des ganzen US-Staates, nämlich in der Zerlegung, Schritt um Schritt? Nimmt man so verschiedene Erscheinungen in und um die USA der letzten 10 Jahre zusammen, kann es einem Angst und Bange werden. Anders gesagt: Offensichtlich ist auch die Zeit der letzten "Großmacht" des II - WK zu Ende? Und wer tritt an deren Stelle? Oder braucht man einfach keine mehr?
Teile1977 03.07.2015
2. Billig
Zitat" Toll. Bravo Russland." Zitatende Hmm, war die erste Rakete (die in die Luft geflogen ist) nicht auch eine Russische? Mann nimmt für solche Versorgungsflüge nun mal gerne russische Raketen, die genügen und [...]
Zitat" Toll. Bravo Russland." Zitatende Hmm, war die erste Rakete (die in die Luft geflogen ist) nicht auch eine Russische? Mann nimmt für solche Versorgungsflüge nun mal gerne russische Raketen, die genügen und sind günstiger, weil Lageware aus den 70ern. Nur sind die eben nicht ganz so zuverlässig, genügt aber.
schwerpunkt 03.07.2015
3.
Die erste? Hmm, das kommt darauf an, ab wann Sie zu zählen anfangen. Richtig ist, dass der letzte Versuch der Russen, im April einen Frachter zur ISS zu bringen ebenfalls missglückt ist. Davor ist im November die Rakete [...]
Zitat von Teile1977Zitat" Toll. Bravo Russland." Zitatende Hmm, war die erste Rakete (die in die Luft geflogen ist) nicht auch eine Russische? Mann nimmt für solche Versorgungsflüge nun mal gerne russische Raketen, die genügen und sind günstiger, weil Lageware aus den 70ern. Nur sind die eben nicht ganz so zuverlässig, genügt aber.
Die erste? Hmm, das kommt darauf an, ab wann Sie zu zählen anfangen. Richtig ist, dass der letzte Versuch der Russen, im April einen Frachter zur ISS zu bringen ebenfalls missglückt ist. Davor ist im November die Rakete eines privaten US-Versorgers der ISS beim Start explodiert. Hin und wieder missglücken solche Versuche überall. Dss es nun drei in Folge waren, ist ein unglücklicher Zufall. Gott sei Dank waren es bisher nur unbemannte Zubringerflüge. Ja, in der Raumfahrt findet durch viele Anbieter ebenfalls ein Preiskampf statt. Das Angebot deutlich größer wie die weltweite Nachfrage. Deshalb kann auch Russland nicht mehr mit dem Argument Kunden anziehen, sie wären die günstigsten. Speziell SpaceX bietet für westliche Verhältnisse Starts ihrer Falcon9-Rakete unverschämt günstig an. ... und durch teilweise Wiederverwendbarkeit noch günstiger werden.
kanadasirup 03.07.2015
4. Andersland
Wieso nicht so zuverlässig? Es gibt nichts zuverlässigeres als die Sojus-Raketen.
Zitat von Teile1977Zitat" Toll. Bravo Russland." Zitatende Hmm, war die erste Rakete (die in die Luft geflogen ist) nicht auch eine Russische? Mann nimmt für solche Versorgungsflüge nun mal gerne russische Raketen, die genügen und sind günstiger, weil Lageware aus den 70ern. Nur sind die eben nicht ganz so zuverlässig, genügt aber.
Wieso nicht so zuverlässig? Es gibt nichts zuverlässigeres als die Sojus-Raketen.
schwerpunkt 03.07.2015
5.
Tatsächlich hat die Sojus-Rakete eine Erfolgs-Quote von über 97%. Dabei sind einige der Fehlschläge nicht auf Fehlfunktionen der eigentlichen Rakete zurück zuführen. Viele der in den letzten Jahren bekannt gewordenen [...]
Zitat von kanadasirupWieso nicht so zuverlässig? Es gibt nichts zuverlässigeres als die Sojus-Raketen.
Tatsächlich hat die Sojus-Rakete eine Erfolgs-Quote von über 97%. Dabei sind einige der Fehlschläge nicht auf Fehlfunktionen der eigentlichen Rakete zurück zuführen. Viele der in den letzten Jahren bekannt gewordenen Misserfolge der russischen Raumfahrt sind auf Unglücke der Proton-Rakete (kein Träger für bemannte Raumschiffe) oder der Fehlfunktionen von Kickstufen oder der Nutzlast zurück zu führen. Was in der Wahrnehmung häufig hängenbleibt, ist ein undifferenziertes "russische Raumfahrttechnik ist generell Schrott".

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