Wissenschaft

Apollo-Mission

Mike Pence würdigt Mondlandung vor 50 Jahren

Festtag in Cape Canaveral: 50 Jahre nach dem "riesigen Sprung für die Menschheit" haben die USA die Landung der ersten Menschen auf dem Mond gefeiert. Auch für die Zukunft haben die Amerikaner große Pläne.

John Raoux / AP
Sonntag, 21.07.2019   00:52 Uhr

Zum fünfzigsten Jahrestag der Mondlandung am 20. Juli 1969 haben US-Amerikaner vielerorts dem historischen Ereignis gedacht. Vizepräsident Mike Pence würdigte im Kennedy Space Center in Florida den Erfolg der Apollo-11-Mission. "Der Mond war eine Entscheidung, eine amerikanische Entscheidung", sagte er. "Und für einen kurzen Moment waren alle Völker der Erde wirklich eins."

Pence bekräftigte US-Pläne für eine neue Mondmission namens Artemis, die bis 2024 erneut Menschen auf den Mond bringen soll. "Die nächsten Männer und die erste Frau auf dem Mond werden Amerikaner sein. Wir werden Wochen und Monate auf der Mondoberfläche verbringen", kündigte er an. "Dieses Mal werden wir bleiben."

In Washington waren bereits seit Tagen Fotos und Videoaufnahmen der Apollo-Mission auf das knapp 170 Meter hohe Washington Monument projiziert worden, den Obelisken im Zentrum der Museumsmeile der Stadt. Das Luft- und Raumfahrtmuseum Smithsonian hatte zudem ein dreitägiges Festival ausgerufen.

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Mondlandung: So feiern die USA das 50-jährige Jubiläum

Raumfahrtfans hatten außerdem am Samstag zu einer Gedenkminute um 21.17 Uhr deutscher Zeit aufgerufen, dem Moment, zu dem das Landemodul mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin an Bord im Jahr 1969 auf dem Mond aufsetzte. Rund sechs Stunden später hatten die beiden dann als erste Menschen den Mond betreten.

Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump die beiden noch lebenden Astronauten der "Apollo 11"-Mission im Weißen Haus empfangen. Das Jubiläum sei ein "großer Tag" für die USA, sagte Trump bei dem Treffen mit Michael Collins (88) und Buzz Aldrin (89) im Oval Office. Trump nahm an den Feierlichkeiten am Wochenende nicht teil und verbrachte den Samstag in seinem Golf-Ressort in der Nähe von New York.

In Kasachstan haben sich am Jubiläumstag drei Raumfahrer auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS gemacht. Die Rakete mit dem Italiener Luca Parmitano, dem US-Amerikaner Andrew Morgan und dem Russen Alexander Skworzow an Bord startete pünktlich und ohne Probleme am Samstag vom Weltraumbahnhof Baikonur, wie in einer Liveübertragung der Nasa zu sehen war. Nach der Trennung von der dritten Antriebsstufe nahm das Raumschiff Kurs auf den Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde.

In Deutschland würdigte unter anderem das Berliner Zeiss-Großplanetarium das Jubiläum mit einem Mondfest, bei dem der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Samstag einen Vortrag hielt. Er würde es begrüßen, wenn jeder Mensch einmal ins All fliegen könnte, sagte der Astronaut, der bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS war. "Ich bin überzeugt davon, dass es jedem Menschen gut tut, diesen Planeten einmal von außen zu sehen." Dies sei gut, weil "man plötzlich realisiert, manche Dinge, die ich bisher für wichtig gehalten habe, die sind vielleicht gar nicht so wichtig."

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kko/dpa

insgesamt 6 Beiträge
kayakclc 21.07.2019
1. Es wird lange Diskussionen geben
Es gibt viele Leute, die sind der Ansicht, dass das heute wie damals eine riesen Geldverschwendung war, bzw wäre. Die Argumente sind nachvollziehbar, aber im Kern falsch, weil sie eines nicht berücksichtigt: der Mensch ist nicht [...]
Es gibt viele Leute, die sind der Ansicht, dass das heute wie damals eine riesen Geldverschwendung war, bzw wäre. Die Argumente sind nachvollziehbar, aber im Kern falsch, weil sie eines nicht berücksichtigt: der Mensch ist nicht nur ein Tier, dass auf der Erde dahin vegitiert, sondern als Homo Sapiens ein Kulturwesen. Damit ist er in den letzetn 30.000 Jahren in der Lage, zeichen zu setzen kultureller Natur, die weit über sein Zeit hinaus wirken. Das beginnt mit der Höhlenmalerei und kleine Figuren, die Mamuts dokumentieren, die heute durch den Klimawandel mit ausgestorben sind, über den Bau der Pyramiden in Ägypten. Scheinbar ein Geld und Arbeitszeitverschwendung, die aber heute, nach über 3000J eine Einnahmequelle der heutigen Ägypter ist. Kepler, Newton und Galieo haben unser Weltbild revolutioniert, und die Raumfahrt ist die ultimative Bestätigung dieser abstrakten mathematischen und physikalischen Konzepte, die uns, zusammen mit Einstein's Relativitätstheorie das GPS als globales Navigationssystem beschert hat. Ein kulturelle Leistung einer Nation kann als Folge das Zusammenleben der Menschen nachhaltig beeinflussen. Leider wird Kultur zu eng auf Musik und Kunst, verengt, weil gewissen Leute nicht verstehen, dass die Naturwissenschaft auch eine kulturelle Leistung der Menschheit ist, die diese oft genauso nachhaltiger prägt wie die Ilias oder die Odysee.
aschu0959 21.07.2019
2. Große Pläne sind überfällig, aber
wird man auch bereit sein, dafür wieder (wie damals JFK) die entsprechend notwendigen Geldmengen bereitzustellen.
wird man auch bereit sein, dafür wieder (wie damals JFK) die entsprechend notwendigen Geldmengen bereitzustellen.
a.vollmer 21.07.2019
3. Kosten solche Projekte überhaupt Geld?
Jedenfalls kosten sie kein zusätzliches Geld. Alle Ausgaben landen in irgendeiner Stufe des ganzen Projekts und der nötigen Zulieferungen und Forschungen als Einkommen in den Taschen von Forschern, Arbeitern und Angestellten. [...]
Jedenfalls kosten sie kein zusätzliches Geld. Alle Ausgaben landen in irgendeiner Stufe des ganzen Projekts und der nötigen Zulieferungen und Forschungen als Einkommen in den Taschen von Forschern, Arbeitern und Angestellten. Nichts wird irgendwo in einer Tonne verbrannt, nur sehr wenig landet als Kapitalerträge in den Sparbüchsen der Superreichen. Es ist nichts anderes als ein Konjunkturförderprogramm, das Wissenschaft, Forschung und Hochtechnologie subventioniert. Und was bleibt davon dauerhaft? Eine ganze Generation kompetenter Forscher, Ingenieure und Facharbeiter. Es bleiben der Fortschritt und die Inspiration. Zumindest für ein paar Jahrzehnte bis diese Generation in den Ruhestand wechselt und es keine Anschlussprojekte gibt.
cyananeo 21.07.2019
4. Schade ...
... nur, dass die NASA die Originalaufnahmen verlor. ( https://www.zeit.de/online/2009/30/mondlandung-aufnahmen-verschwunden ). Es ist ein Problem, wenn man Putzpersonal ohne Ausbildung einstellt. Aber das Originalmaterial als [...]
... nur, dass die NASA die Originalaufnahmen verlor. ( https://www.zeit.de/online/2009/30/mondlandung-aufnahmen-verschwunden ). Es ist ein Problem, wenn man Putzpersonal ohne Ausbildung einstellt. Aber das Originalmaterial als Beweismittel braucht nur die Justiz oder FBI bei Untersuchungen und sonst niemand. Wir alle haben es gesehen und die NASA kann sich bei Bedarf die Aufnahmen auch im Internet anschauen oder runterladen und in einem geschützten Bereich speichern und hoffen, dass das putzwütige Putzpersonal ohne Passwort nicht an die Daten rankommen kann.
zeichenkette 21.07.2019
5. Man kann das ja für sinnvoll oder unsinnig halten...
Aber das wird noch in den Geschichtsbüchern stehen, wenn alles andere, was in den letzten 50 Jahren passiert ist, nur noch Kleinkram unter mehr Kleinkram sein wird. Da oben auf dem Mond, den man auf der ganzen Welt in den meisten [...]
Aber das wird noch in den Geschichtsbüchern stehen, wenn alles andere, was in den letzten 50 Jahren passiert ist, nur noch Kleinkram unter mehr Kleinkram sein wird. Da oben auf dem Mond, den man auf der ganzen Welt in den meisten Nächten sehen kann, werden sehr lange noch menschliche Fussabdrücke sein. Das ist etwas, was noch kein Tier dieses Planeten geschafft hat und wir Menschen als werkzeuggebrauchende Affen haben das nur geschafft, weil wir uns nüchtern die Naturgesetze angeschaut und sie benutzt haben. Das ist eigentlich der Beweis dafür, dass wir selbst fast unmöglich erscheinende Dinge schaffen können, wenn wir es nur konsequent versuchen und daran systematisch arbeiten. DAS sollte eigentlich die Lehre sein, die man daraus zieht und dafür ist es völlig irrelevant, wer genau das war. Ich finde es unendlich traurig, dass man das heute nur noch als Gründen von Nostalgie oder Nationalstolz beachtet, das ist eigentlich viel, viel mehr. Das ist nämlich wirklich etwas, worauf man als Mensch stolz sein kann: Die Naturgesetze lassen sich nicht mit beten, drohen oder lügen beeindrucken, das lässt sie nämlich völlig kalt. Man muss einfach alles richtig machen oder man scheitert.

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