Wissenschaft

"Phobos-Grunt"

Marssonde soll bis Viertel nach acht abstürzen

Der Absturz von "Phobos-Grunt" auf die Erde steht offenbar kurz bevor: Am Sonntag zwischen 18.30 Uhr und 20.12 Uhr würden die Trümmer der Marssonde zu Boden krachen, prophezeien Experten. Auch der Ort des Einschlags wurde eingegrenzt.

dapd/ Fraunhofer FHR

Radaraufnahme der trudelnden Sonde: Eintritt in die Atmosphäre

Sonntag, 15.01.2012   17:59 Uhr

Hamburg/Moskau - Der Absturz der außer Kontrolle geratenen russischen Marssonde "Phobos-Grunt" wird für Sonntagabend zwischen 18.30 Uhr und 20.12 Uhr deutscher Zeit erwartet. Das teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos in Moskau mit. Teile der defekten russischen Raumsonde "Phobos-Grunt" sollen nach neuen Berechnungen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos in Argentinien einschlagen. Der genaue Absturzort sei aber noch nicht bekannt.

Wissenschaftler schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonde auf bewohnte Gebiete trifft, als sehr gering ein. Es liegen keine Berichte vor, dass jemals ein Mensch von abstürzendem Weltraumschrott verletzt wurde.

Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte einen Verantwortlichen des russischen Weltraumprogramms mit konkreter Prognose: Der Weltraumschrott werde voraussichtlich um 18.52 Uhr mitteleuropäischer Zeit rund 120 Kilometer westlich der Stadt Rosario im Zentrum Argentiniens zu Boden gehen. Demnach wurde aber auch erst am Abend eine definitive Angabe erwartet. Roskosmos hatte zuvor mehrmals seine Berechnungen über Ort und Zeit des Absturzes revidiert.

Der havarierte Satellit umkreiste um 15.30 Uhr die Erde auf einer Umlaufbahn zwischen 142,9 und 124,7 Kilometern Höhe. Die 13,5 Tonnen schwere und 127 Millionen Euro teure Sonde war am 9. November vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) gestartet. Sie sollte auf Phobos, dem größten Marsmond, Bodenproben sammeln und diese bis 2014 zur Erde bringen.

Wenige Stunden nach dem Start gab es technische Probleme: "Phobos-Grunt" schaffte den entscheidenden Austritt aus der Erdumlaufbahn nicht. Offenbar wegen eines Programmierfehlers zündeten dann aber die Marschtriebwerke für den Weiterflug zum Marsmond Phobos nicht. Die Raumfahrtbehörde glaubt, dass von der Sonde lediglich etwa 20 bis 30 Teile mit einem Gesamtgewicht von höchstens 200 Kilogramm den Eintritt in die Erdatmosphäre überstehen.

boj/dapd/AFP

insgesamt 7 Beiträge
Invitro Mutanz 15.01.2012
1. Programmierfehler
So so ein Programmierfehler hat den Absturz herbeigeführt. Da hätte man doch besser die Technik des Commodore C64 (Brotkasten) von vor 40 Jahren benutzen sollen,da sind mit zum Mond gedüsst,haben eine Landeeinheit [...]
So so ein Programmierfehler hat den Absturz herbeigeführt. Da hätte man doch besser die Technik des Commodore C64 (Brotkasten) von vor 40 Jahren benutzen sollen,da sind mit zum Mond gedüsst,haben eine Landeeinheit abgesetzt,den Mond betreten und wieder an das Mond umkreisende (Mutterschiff) angedockt. Die Rückkehr zur Erde verlief auch nach Plan Man kann alles so oder so sehen Verfluchte moderne Computertechnik oder waren die wirklich auf dem Mond?
sample-d 15.01.2012
2.
Der Apollo Guidance Computer (AGC) der ab den frühen 60ern entwickelt wurde hat rein gar nichts mit dem 64er zu tun, dessen Prozessor (MOS 6510) vom Beginn der 80er Jahre stammt. Der C64 wurde erst Ende 1982 vorgestellt. [...]
Zitat von Invitro MutanzSo so ein Programmierfehler hat den Absturz herbeigeführt. Da hätte man doch besser die Technik des Commodore C64 (Brotkasten) von vor 40 Jahren benutzen sollen,da sind mit zum Mond gedüsst,haben eine Landeeinheit abgesetzt,den Mond betreten und wieder an das Mond umkreisende (Mutterschiff) angedockt. Die Rückkehr zur Erde verlief auch nach Plan Man kann alles so oder so sehen Verfluchte moderne Computertechnik oder waren die wirklich auf dem Mond?
Der Apollo Guidance Computer (AGC) der ab den frühen 60ern entwickelt wurde hat rein gar nichts mit dem 64er zu tun, dessen Prozessor (MOS 6510) vom Beginn der 80er Jahre stammt. Der C64 wurde erst Ende 1982 vorgestellt. Ausserdem hat ein Softwarefehler wiederum auch nichts mit der verwendeten Hardware zu tun. Ausserdem benutzt man in der Weltraumfahrt keine "verfluchte moderne Computertechnik" sondern bewährte, strahlungsresistente Prozessoren....
sayang 15.01.2012
3. Früher war's auch nicht besser
Die bisher letzte Mondlandung war am 11. Dezember 1972, den C64 gibt es erst seit Januar 1982. Eher unwahrscheinlich, dass so ein "Brotkasten" durch ein Zeitloch fallend zehn Jahre in der Vergangenheit eine [...]
Zitat von Invitro MutanzSo so ein Programmierfehler hat den Absturz herbeigeführt. Da hätte man doch besser die Technik des Commodore C64 (Brotkasten) von vor 40 Jahren benutzen sollen,da sind mit zum Mond gedüsst,haben eine Landeeinheit abgesetzt,den Mond betreten und wieder an das Mond umkreisende (Mutterschiff) angedockt. Die Rückkehr zur Erde verlief auch nach Plan Man kann alles so oder so sehen Verfluchte moderne Computertechnik oder waren die wirklich auf dem Mond?
Die bisher letzte Mondlandung war am 11. Dezember 1972, den C64 gibt es erst seit Januar 1982. Eher unwahrscheinlich, dass so ein "Brotkasten" durch ein Zeitloch fallend zehn Jahre in der Vergangenheit eine Mondlandung steuert. Bei Start von Apollo 17 am 7. Dezember 1972 gab es eine Verzögerung von über zwei Stunden - wegen einer Computerpanne. Als die Astronauten am 10. September in die Mondumlaufbahn einschwenken sollten, gab es eine weitere Verzögerung von über einer Stunde, diesmal weil die Astronauten verschlafen hatten(!) Nach Plan lief da insgesamt nicht sehr viel.
sample-d 15.01.2012
4.
...und die erste Mondlandung selbst scheiterte fast daran, dass Aldrin Lande- und Flugradar gleichzeitig auf den AGC schaltete und ihn damit in einen nicht vorgesehenen Zustand versetzte - worauf der Fehlermeldungen warf... [...]
Zitat von sayangDie bisher letzte Mondlandung war am 11. Dezember 1972, den C64 gibt es erst seit Januar 1982. Eher unwahrscheinlich, dass so ein "Brotkasten" durch ein Zeitloch fallend zehn Jahre in der Vergangenheit eine Mondlandung steuert. Bei Start von Apollo 17 am 7. Dezember 1972 gab es eine Verzögerung von über zwei Stunden - wegen einer Computerpanne. Als die Astronauten am 10. September in die Mondumlaufbahn einschwenken sollten, gab es eine weitere Verzögerung von über einer Stunde, diesmal weil die Astronauten verschlafen hatten(!) Nach Plan lief da insgesamt nicht sehr viel.
...und die erste Mondlandung selbst scheiterte fast daran, dass Aldrin Lande- und Flugradar gleichzeitig auf den AGC schaltete und ihn damit in einen nicht vorgesehenen Zustand versetzte - worauf der Fehlermeldungen warf... Die Diskussion ob hierauf mit Flugabbruch zu reagieren ist zieht sich in den Funkaufzeichnungen bis kurz vor die Landung...
Invitro Mutanz 15.01.2012
5. aber
auf dem Mond waren sie, stimmts?
Zitat von sayangDie bisher letzte Mondlandung war am 11. Dezember 1972, den C64 gibt es erst seit Januar 1982. Eher unwahrscheinlich, dass so ein "Brotkasten" durch ein Zeitloch fallend zehn Jahre in der Vergangenheit eine Mondlandung steuert. Bei Start von Apollo 17 am 7. Dezember 1972 gab es eine Verzögerung von über zwei Stunden - wegen einer Computerpanne. Als die Astronauten am 10. September in die Mondumlaufbahn einschwenken sollten, gab es eine weitere Verzögerung von über einer Stunde, diesmal weil die Astronauten verschlafen hatten(!) Nach Plan lief da insgesamt nicht sehr viel.
auf dem Mond waren sie, stimmts?

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