Wissenschaft

Vor Flug zur ISS

Russischer Kosmonaut kündigt seinen Job

Jahrelang trainieren Raumfahrer für ihren Flug ins All, die Besatzungen künftiger Missionen stehen mit großem Vorlauf fest. Jetzt hat aber offenbar ein russischer Kosmonaut vergleichsweise kurz vor dem Start gekündigt - angeblich weil er einen besseren Job in Aussicht hat.

AP

Jurij Lontschakow (im Oktober 2008): Keine Lust mehr aufs All?

Freitag, 06.09.2013   09:49 Uhr

Drei Mal schon war Jurij Lontschakow auf der Internationalen Raumstation, insgesamt 200 Tage lang. Bei zwei Außeneinsätzen im Weltraum hat er die Bedingungen des Alls aus erster Hand kennengelernt. Doch offenbar hat ihn die Aussicht auf einen vierten Flug in die Schwerelosigkeit nicht genug gereizt, um weiter in den Diensten der russischen Raumfahrt zu bleiben.

Die Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet, der 48-Jährige habe seinen Arbeitsvertrag kurzfristig gekündigt. Als Quelle für die Nachricht wird eine Mitarbeiterin des Jurij-Gagarin-Kosmonauten-Trainingszentrums in der Nähe von Moskau angegeben. Der Chef der Einrichtung, der Kosmonauten-Veteran Sergej Krikaljow, habe außerdem in russischen Medien erklärt, Lontschakow habe "einen interessanteren Job gefunden", so die Agentur. Details dazu gab es von Roskosmos aber nicht. Der Kosmonaut werde offiziell am 14. September aus dem Dienst entlassen, hieß es.

Eigentlich sollte Lontschakow im Frühjahr 2015 Kommandant der 44. Langzeitbesatzung auf der Internationalen Raumstation werden. Begleiten sollten ihn der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Joseph Kelly. Wer nun Lontschakows Platz einnehmen wird, ist noch nicht bekannt.

Der Beruf des Kosmonauten scheint in Russland längst nicht mehr so attraktiv wie zu früheren Zeiten. Ria Novosti berichtet, vergangenes Jahr hätten sich nur 300 Interessenten auf eine Ausschreibung gemeldet, mit der neue Raumfahrer gesucht wurden.

Die russische Raumfahrt steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Neben technischen Problemen - Raketenabstürze, falsch platzierte Satelliten, zwischenzeitlich gar Schwierigkeiten mit den wichtigen "Sojus"-Transportern - fehlt auch wichtiges Fachpersonal. Bei Roskosmos hofft man unter anderem auf mehr internationale Kooperationen, wie etwa die unbemannte Marsmission "Exomars", die Russen und Europäer gemeinsam auf die Beine stellen wollen.

chs

insgesamt 15 Beiträge
vitalik 06.09.2013
1. Berichten
Ob SPON es irgendwann Mal schafft ausgewogen über Russland zu berichten. Keine einzige Zahl in dem Artikel aber schnell noch die Fehlschläge aufgezählt. Mich würde wirklich interessieren, was so ein Kosmonaut verdient, nicht [...]
Ob SPON es irgendwann Mal schafft ausgewogen über Russland zu berichten. Keine einzige Zahl in dem Artikel aber schnell noch die Fehlschläge aufgezählt. Mich würde wirklich interessieren, was so ein Kosmonaut verdient, nicht nur in Russland, sondern international. Wenn es nur ein paar tausend Dollar sind, dann kann man ja schon nachvollziehen, dass es bessere Jobs gibt. Übrigens wäre der Mann als Kommandant zur Station gereist, also Führungsfähigkeiten scheint er zu haben und diese sind in anderen Brachen gut gefragt.
herumnöler 06.09.2013
2. Kann mir jemand verraten,...
... was diese Fluege zur ISS eigentlich bringen? Wo kann ich mal etwas ueber das Verhaeltnis Kosten/Nutzen lesen?
... was diese Fluege zur ISS eigentlich bringen? Wo kann ich mal etwas ueber das Verhaeltnis Kosten/Nutzen lesen?
gustavbamgans 06.09.2013
3.
Er hat sich bestimmt geoutet und wurde gekuendigt.
Er hat sich bestimmt geoutet und wurde gekuendigt.
nixsagend 06.09.2013
4. @ vitalik
Für ein halbes Jahr auf der ISS ca. 130-150 TDollar. Bei der Nasa gibt es wohl ein Jahreseinkommen von ca. 125TDollar
Für ein halbes Jahr auf der ISS ca. 130-150 TDollar. Bei der Nasa gibt es wohl ein Jahreseinkommen von ca. 125TDollar
redled 06.09.2013
5. Und schon wieder
wird mit gespaltener Zunge geschrieben. ---Zitat--- Die russische Raumfahrt steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Neben technischen Problemen - Raketenabstürze, falsch platzierte Satelliten, zwischenzeitlich gar [...]
wird mit gespaltener Zunge geschrieben. ---Zitat--- Die russische Raumfahrt steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Neben technischen Problemen - Raketenabstürze, falsch platzierte Satelliten, zwischenzeitlich gar Schwierigkeiten mit den wichtigen "Sojus"-Transportern ---Zitatende--- Seit der Einstellung der Shuttleflüge (kosten das 10fache dessen, was ein Sojusstart kostet) seitens der NASA ist die Sojus die einzige zuverlässige Rakete, mit der die Astronauten die ISS erreichen. Unbequem, aber zuverlässig. Die Progress-Transporter stellen weitgehend die Versorgung sicher. Ebenfalls sehr zuverlässig. Das ist einfach so;)

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