Wissenschaft

Reaktionen zum Tod von Jähn

"Lieber Sigmund, ich wünsche dir einen guten Flug"

Ein "wirklicher Held" sei er gewesen und ein "Brückenbauer zwischen Ost und West": Zahlreiche Politiker und frühere Weggefährten trauern um den ersten Deutschen im All, Sigmund Jähn. Der Überblick.

Robert Schlesinger/ DPA

Sigmund Jähn im März 2011:

Montag, 23.09.2019   00:40 Uhr

Nach dem Tod von Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, haben Politiker und Wissenschaftler ihren Respekt vor der Lebensleistung des 82-Jährigen ausgedrückt. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sprach Jähns Witwe und den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Bei Twitter schrieb er: "Ein wirklicher Held und doch ein so bescheidener Mensch." Auch Bartschs Parteikollege Gregor Gysi nannte Jähn einen "wirklichen Helden unserer Zeit": "Als erster Deutscher im All bleibt er in unseren Geschichtsbüchern."

Jähn starb am Samstag, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag mitteilte (einen Nachruf auf ihn lesen Sie hier). Der Kosmonaut war in der DDR ein Volksheld. Trotz seines Ruhmes blieb er immer bescheiden - und wurde deshalb besonders verehrt.

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Sigmund Jähn: Der bescheidene Kosmonaut

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nannte Jähn einen echten Pionier. Er habe Millionen junger Menschen inspiriert, über sich hinauszuwachsen und neugierig zu sein. "Ganz Deutschland trauert heute um seinen ersten Mann im All", schrieb Ziemiak bei Twitter. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erklärte, er trauere um einen starken Menschen: "Lieber Sigmund, ich wünsche dir einen guten Flug! Kümmert euch um die Erde, war dein Rat!"

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans würdigte Jähn als ein "Vorbild, wie es wenige gibt und gab". Und Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) schrieb: "Ich habe ihn als klugen und bescheidenen Sachsen kennengelernt. Wir werden sein Lebenswerk lebendig halten."

Auch Wegbegleiter Jähns aus der Raumfahrt drückten ihre Trauer aus. "Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt", sagte Jan Wörner, Generaldirektor der Europäische Weltraumorganisation (Esa). "Wann immer wir uns getroffen haben, war es sehr persönlich, eine Freundschaft war entstanden, die nicht nur die Raumfahrt und seine unermüdliche Unterstützung der europäischen Astronauten betraf."

"Der erste Deutsche im All hat sich auch immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden", sagte Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen."

Nachruf auf Sigmund Jähn

Sigmund Werner Paul Jähn wurde am 13. Februar 1937 geboren. Er stammte aus der sächsischen Kleinstadt Morgenröthe-Rautenkranz. Jähn war gelernter Buchdrucker - und Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA wurde er von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vorbereitet.

Am 26. August 1978 startete Jähn mit der Rakete "Sojus 31" vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus. Gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski war er sieben Tage, 20 Stunden und 49 Minuten im All.

Nach der Wende wurde Jähn zunächst arbeitslos. Später arbeitete er für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Europäische Weltraumorganisation (Esa) und bildete europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen aus.

aar/dpa

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