Wissenschaft

Supererde

Forscher finden erstmals Wasser auf K2-18b

Die Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen: Astronomen haben mit K2-18b einen Planeten aufgespürt, der gleichzeitig Wasser und angenehme Temperaturen bietet. Eine Wohnalternative also für die Menschheit in der Zukunft?

Foto: M. Kornmesser/ Hubble/ ESA
Mittwoch, 11.09.2019   19:01 Uhr

Zahlreiche Science-Fiction-Filme haben es bereits durchgespielt: Wenn die Menschheit die Erde erst unbewohnbar gemacht hat, muss sie umziehen. Doch wie wahrscheinlich ist es, eine neue Bleibe im All zu finden?

Zum ersten Mal haben Astronomen nun Wasser auf einem Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems nachgewiesen, der gleichzeitig lebensfreundliche Temperaturen bietet.

Die sogenannte Supererde K2-18b kreist um einen Zwergstern im Sternbild Löwe, gut 110 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er hat die achtfache Masse und mehr als den doppelten Durchmesser der Erde, berichtet das Forscherteam um Angelos Tsiaras und Ingo Waldmann vom University College London im Fachblatt "Nature Astronomy". Als Supererden bezeichnen Astronomen Planeten, die mindestens so schwer sind wie die Erde, aber leichter als Uranus.

"Ist die Erde einzigartig?"

Es sind bereits zahlreiche Exoplaneten bekannt, die innerhalb der sogenannten bewohnbaren Zone liegen. Das heißt, sie kreisen im genau richtigen Abstand um ihre Sonne, sodass Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser erlauben - die Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Exoplanet K2-18b ist bereits 2015 entdeckt worden. Doch der Nachweis von Wasser in der Atmosphäre gelang erst jetzt mit dem Weltraumteleskop "Hubble". Dafür nutzten die Astronomen einen Schattenspieltrick: Wenn sich K2-18b von der Erde aus gesehen vor seinen Heimatstern schiebt, schattet sie ihn dabei etwas ab.

Welche Teile des Lichts genau verschluckt werden, verrät die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre des Planeten. Neben Wasserdampf wiesen die Forscher dort Wasserstoff und Helium nach. Hinweise auf Leben auf dem Planeten fanden sie bisher nicht.

MEHR ZUM THEMA

"Wasser auf einer potenziell bewohnbaren Welt jenseits der Erde zu finden, ist unfassbar aufregend", sagte Tsiaras. K2-18b sei allerdings keine zweite Erde, da er deutlich schwerer ist und eine andere Zusammensetzung der Atmosphäre hat. "Dennoch bringt uns die Entdeckung einer Antwort auf die grundlegende Frage näher: Ist die Erde einzigartig?", so Tsiaras.

Gegen mögliches Leben auf dem Exoplaneten sprechen die Eigenschaften seiner Sonne: Der rote Zwergstern ist sehr aktiv und der Planet dadurch wahrscheinlich erhöhter Strahlung ausgesetzt.

Dennoch lohnen sich laut den Forschern weitere Untersuchungen. Wahrscheinlich sei der Planet nur die erste von zahlreichen ähnlichen Welten.

koe/dpa

insgesamt 156 Beiträge
Lebkuchenkiller 11.09.2019
1. "achtfache Masse"
Könnten da Menschen leben bzw hätten sie eine Chance, sich an die Schwerkraft anzupassen ? Ich mein, wenn ich statt 100 800 Kg wiegen würde, könnt ich doch nicht mal kriechen ?
Könnten da Menschen leben bzw hätten sie eine Chance, sich an die Schwerkraft anzupassen ? Ich mein, wenn ich statt 100 800 Kg wiegen würde, könnt ich doch nicht mal kriechen ?
winnirich 11.09.2019
2. völlig absurd
110 Lichtjahre entsprechen in etwa 100 Billionen Kilometer (100 x 1.000 Milliarden). Ein Raumschiff mit den derzeit verfügbaren Antrieben bräuchte mehr als 2 Millionen Jahre um dort hinzureisen. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit [...]
110 Lichtjahre entsprechen in etwa 100 Billionen Kilometer (100 x 1.000 Milliarden). Ein Raumschiff mit den derzeit verfügbaren Antrieben bräuchte mehr als 2 Millionen Jahre um dort hinzureisen. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit bräuchte man 110 Jahre (300.000km pro Sekunde). Das andere Drumherum kann man sich dann individuell ausmalen.
verbal_akrobat 11.09.2019
3. Schön und gut, aber...
...was bringt dass? 110 Lichtjahre entfernt, achtfache Erdmasse usw. Schön das man dass weiß, nur wann soll das wem was bringen? Ich bin der Meinnung, man sollte die Forschungsmittel innerhalb unseres Sonnensystems verwenden [...]
...was bringt dass? 110 Lichtjahre entfernt, achtfache Erdmasse usw. Schön das man dass weiß, nur wann soll das wem was bringen? Ich bin der Meinnung, man sollte die Forschungsmittel innerhalb unseres Sonnensystems verwenden um so zu sagen irgendwann einmal eine Chance auf einen "return on investment" zu haben! Das die Weltraumforschung uns alle nach vorne bringt, davon ist sicher auszugehen!!!
olangbein 11.09.2019
4. 8-fache Masse...
Hat also 8G... Man wiegt also das 8-fache. Das dürfte wohl kein Mensch auf Dauer aushalten. Natürlich ist die Erde einzigartig. Genau wie K2-18b und alle anderen Planeten auch. Aber es gibt sicher noch Planeten, die der Erde [...]
Hat also 8G... Man wiegt also das 8-fache. Das dürfte wohl kein Mensch auf Dauer aushalten. Natürlich ist die Erde einzigartig. Genau wie K2-18b und alle anderen Planeten auch. Aber es gibt sicher noch Planeten, die der Erde ähnlicher sind. Ist schon erstaunlich genug, dass es so schnell ging einen zu finden, der Wasser und ähnliche Temperaturen hat. Weitersuchen!
money2 11.09.2019
5. Ist die Erde einzigartig?", so Tsiaras.
Ist die Frage ernst gemeint? Wäre mal interessant wie der Mann einzigartig definiert. Jeder der auch nur ein bisschen Ahnung vom Leben hat weiß, dass alles Leben auf der Erde und somit auch die Erde selbst einzigartig sein [...]
Ist die Frage ernst gemeint? Wäre mal interessant wie der Mann einzigartig definiert. Jeder der auch nur ein bisschen Ahnung vom Leben hat weiß, dass alles Leben auf der Erde und somit auch die Erde selbst einzigartig sein muss. Wenn schon jedes Lebewesen hier einzigartig ist, jeder Fingerabdruck, jede Auswirkung unseres Handelns hat einzigartige physische Auswirkungen (siehe forensische Wissenschaft) und einzigartige Auswirkungen auf unsere Unwelt, die wir gar nicht erst in der Lage sind abzuschätzen, dann muss folglich die Erde auch einzigartig sein. Das Leben, also alles was auf der Erde an "Leben" besteht muss einfach einzigartig sein, also auch die Erde selbst, denn wir bestehen aus Teilen der gleichen Biomasse. Sicher gibt es erdähnliche Planeten, aber die Zusammensetzung des Planeten und somit die Unweltbedingungen werden nie die gleichen sein wie wir sie hier haben. Daher die Frage: Was meint Herr Tsiaras genau mit "einzigartig". Die Definition davon würde mich sehr interessieren.

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung

TOP